WAZ Buer
Mittwoch, 25. Oktober 2006:

Klage vor dem Arbeitsgericht:
Pfarrerin Sowa drohte damit, ...,
dass zwei Gruppen aufgelöst werden müssten. 
(im Kindergarten)




Martyrium als ...
( Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz: Die EKD sehe in den Kindertageseinrichtungen einen 
"besonderen Schatz der Kirche" 
erklärte Huber auf einer Pressekonferenz)

Jeder wahre Christ, sei er lebendig oder tot, 
hat Anteil an allen Gütern Christi und der Kirche, 
von Gott ihm auch ohne Ablassbrief gegeben.

(Dr. Martin Luther These Nr. 37)


WAZ  2.11.2006 
Presbyter erteilen Gläubigem Hausverbot !

Pfarrerin Kirsten Sowa.:
Droht sie ihm auch "polizeiliche Gewalt"an

Link: Zitate Nächstenliebe

Link:
http://basisreligion.reliprojekt.de/
naechstenliebe.htm

 

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Martyrium als ökumenisches Zeugnis
Bekenntnis-Kongress in Bad Blankenburg/Thüringen befasste sich mit christlichen Blutzeugen
DT vom 26.10.2006
Von Peter C. Düren

Die Bereitschaft, für den Glauben an Jesus Christus zu leiden, ist nicht den Kardinälen vorbehalten, die durch das ihnen vom Papst auf das Haupt gesetzte blutrote Birett zum Ausdruck bringen, dass sie zum Martyrium bereit sind. Während Kardinäle normalerweise nicht den Märtyrertod erleiden müssen, gab und gibt es seit der Geburt der aus der geöffneten Seitenwunde Christi am Kreuz entsprungenen Kirche Millionen von Christen, die aus Hass auf den Glauben verfolgt und grausam getötet, aber damit auch zum Samen für neue Christen wurden.

Das Erleiden von Verfolgung und Tötung aufgrund der Treue zum christlichen Glauben trifft nicht nur Katholiken, sondern eint konfessionsübergreifend katholische, evangelische und orthodoxe Christen. Sich dieses gemeinsamen Zeugnisses für Christus gewahr zu werden, war das Kernthema des Achten Europäischen und zugleich Zweiten Ökumenischen Bekenntnis-Kongresses der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften in Bad Blankenburg, der sich in der vergangenen Woche unter dem Motto „Leiden für Christus – gestern, heute, morgen“ unter großer Beteiligung hauptsächlich von Theologen aus ganz Europa zu einer inhaltlich dicht gedrängten Tagung zusammenfand.

Teil der Nachfolge Christi

Der Initiator Peter Beyerhaus, emeritierter evangelischer Professor für Missionswissenschaft und Ökumenische Theologie an der Universität Tübingen, unterstrich, dass der Kongress dazu dienen solle, eine sorglose Christenheit aufzuwecken: Es gebe kein kummerfreies glückliches Leben mit einem nahtlosen Übergang in ein glückliches Jenseits. Vielmehr gehörten Kreuzesnachfolge sowie das Erleiden von Verachtung, Anfeindung und Verfolgung wesentlich zur Nachfolge Christi. Zweitens gehe es darum, Christen darauf aufmerksam zu machen, dass es Teile der Christenheit gebe, die von harter Verfolgung heimgesucht würden. Dagegen dürfe man nicht gleichgültig sein, sondern vielmehr müsse man solidarisch handeln mit dem Ziel, das Los der Verfolgten erträglicher zu machen: „Wenn ein Glied leidet, dann leiden alle Glieder mit.“ Es sei daher wichtig, sich über Märtyrergemeinden unserer Zeit zu informieren und ihnen zu Hilfe zu kommen.

Als dritten Aspekt des Kongresses stellte Beyerhaus den ökumenischen Charakter der Tagung in den Vordergrund: Christen seien verbunden durch das Bemühen um das wirkliche Einswerden in Jesus Christus, das auch die Gleichgestaltung in seinem Leiden beinhalte. Hier weite sich die Gemeinsamkeit zu einer Einheit mit den Märtyrern aller Zeiten. Als Weg der Ökumene führte Beyerhaus aus, dass da, wo Christen bei ihrer Suche nach Einheit sich auf Christus konzentrierten und sie sich zu ihm bekennen würden, sie sich auch wieder näher kämen, im Extremfall auf dem Weg zur gemeinsamen Exekution. So stand die Tagung in Bad Blankenburg ganz unter dem Zeichen „Christozentrischer Bekenntnis-Ökumene“ und der von Papst Johannes Paul II. ins Spiel gebrachten „Ökumene der Märtyrer“. Dass es hier nicht nur um spirituelle Fragen ging, hob Beyerhaus hervor, der den politischen Aspekt der Frage so artikulierte: Das Wohl oder Wehe des in Zukunft vereinten Europas hänge davon ab, dass sich Europa wieder auf seine fast verschütteten christlich-abendländischen Grundlagen besinne. Aufmerksamkeit zollten der Tagung auf evangelischer Seite der Thüringer Landesbischof und stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Christoph Kähler, dessen Vorgänger Landesbischof Werner Leich sowie der frühere Landesbischof der Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe, Heinrich Herrmanns. Die orthodoxe Sicht vertrat Bischof Evmenios Tamiolakis von Lefka von der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland. Von katholischer Seite signalisierte Joachim Wanke, Bischof des Bistums Erfurt, durch seine Anwesenheit Interesse an der Tagung. Die Kardinäle Meisner, Sterzinsky und Schönborn sowie der für Ökumenefragen in der Deutschen Bischofskonferenz zuständige Bischof Gerhard Ludwig Müller hatten Grußworte die ökumenische Tagung gerichtet, ebenso der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Dieter Althaus.

Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz und Herausgeber des bereits in vierter Auflage erschienenen katholischen Martyrologiums („Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts“), Prälat Helmut Moll, stellte in seinem Grundsatzreferat über die „Ökumene der Märtyrer“ Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Verständnis des christlichen Martyriums heraus. Als besonderes ökumenisches Zeugnis des Martyriums schilderte Moll die „Weiße Rose“, in der unter anderem zwei junge evangelische Christen, Hans und Sophie Scholl, ein in der Todeszelle katholisch Getaufter, Christoph Probst, und der russisch-orthodoxe Christ Alexander Schmorell ein gemeinsames Blutzeugnis für den christlichen Glauben ablegten. Der Blutzoll katholischer Priester im Nationalsozialismus war besonders hoch: 8 021 Geistliche, die Hälfte aller Priester, seien von Zwangsmaßnahmen getroffen gewesen. 418 Priester kamen ins Konzentrationslager, wo 110 von ihnen starben. Weitere 59 Geistliche wurden hingerichtet oder ermordet. Einer der im Konzentrationslager inhaftierten Priester, der mittlerweile 93-jährige katholische Prälat Hermann Scheipers hinterließ einen tiefen Eindruck, als er in Vortrag und Predigt seine leidvollen und zugleich von tiefen christlichen Erlebnissen getränkten Erfahrungen vortrug. Als „Priester unter zwei Diktaturen“ war er zunächst vier Jahre als Konzentrations-Häftling in Dachau interniert, wo er nur knapp dem Tod entrann, und dann in der DDR verfolgt, wo fünfzehn Stasi-Spitzel auf ihn angesetzt waren und er wegen „staatsfeindlicher Hetze“ fast im Gefängnis von Bautzen gelandet wäre.

Als Kontrapunkt zu der oft aufgeworfenen Theodizee-Frage, ob man „nach Auschwitz noch beten“ könne, erklärte Scheipers: „Nie waren wir Gott näher als in Dachau.“ Auch anderen Zeitzeugen kamen zu Wort, die Christenverfolgung am eigenen Leib erdulden mussten oder verfolgten Christen halfen, so die evangelische Pastorin Ok-Hi Park-Denker aus Korea, der frühere Generalvikar in der nigerianischen Diözese Enugu und Menschenrechtler Professor Obiora Ike sowie die syrisch-orthodoxe Ordensschwester Hatune Dogan.

Die evangelischerseits vorgetragenen Beiträge stellten weitere Schicksale verfolgter evangelischer Christen und zahlreicher Blutzeugen vor Augen. Interessanterweise habe Dietrich Bonhoeffer als bekanntester und beliebtester Märtyrer im 20. Jahrhundert evangelischerseits de facto den Status eines Heiligen, obgleich die evangelische Lehre keinen Heiligenkult duldet. Der frühere Landesbischof Heinrich Herrmanns warb in seiner Predigt in der evangelischen Stadtkirche von Bad Blankenburg unter seinen Konfessionsbrüdern für eine stärkere Berücksichtigung von Märtyrern in der Spiritualität. Der evangelische Bundesgrenzschutzpfarrer Rolf Sauerzapf gab in seinem Vortrag allerdings zu bedenken, dass evangelische Christen keine klare Definition für das Martyrium besäßen und ihnen klare Kriterien fehlten.

Nahezu vergessene Opfer

Die frühen Christenverfolgungen im römischen Weltreich zeigten sich im Nachhinein betrachtet mit einer relativ geringen Zahl von Märtyrern nur als die Ouvertüre des Blutopfers, das Christen aufgrund ihres Glaubens in neuester Zeit erleiden mussten. Das zwanzigste Jahrhundert sei das an Verfolgung blutigste Jahrhundert, wurde unisono bestätigt. Heute sei kaum bekannt, dass während des spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) 6 700 Priester und Ordensleute umgebracht worden seien. Eineinhalb Millionen assyrische Christen fanden 1915 bis 1918 den Märtyrertod, ebenso zwanzig Millionen Christen im Kommunismus. Nach wie vor sei die Verfolgung von Christen in kommunistischen Staaten stark, ebenso aber in islamischen Ländern. Im Rahmen des Kongresses konnten sich mehrere Hilfsorganisationen ausführlich vorstellen, die sich heutiger verfolgter Christen annehmen: die „Hilfsaktion Märtyrerkirche (HMK)“, „Kirche in Not – Ostpriesterhilfe“, „Christliche Solidarität International (CSI)“, die „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGMR)“ sowie die Hilfsorganisation „Open Doors“.

In seinem abschließenden Vortrag hob Peter Beyerhaus die Notwendigkeit für die ihrem gekreuzigten Herrn treue Gemeinde vor, sich der Bedrohung von außen und innen bewusst und „endzeitfest“ zu werden. Dies verlange eine klare Unterscheidung der Geister. Man müsse sich auf Verfolgungssituationen einstellen und bereitwillig das Leiden für Christus auf sich nehmen. Das sei für Christen nicht etwas Außergewöhnliches, sondern etwas Normales und Grund zur Freude. Leiden um des Evangeliums willen sei für viele Teile der Christenheit schon heute Realität. Zum Schluss verabschiedete der Achte Europäische und zugleich Zweite Ökumenische Bekenntnis-Kongress eine 22-seitige Pastorale Denkschrift: „Bereitsein zum Leiden für Christus“ und einen kurzgefassten gleichnamigen „Blankenburger Aufruf“. In sieben Punkten entfaltet der Aufruf Anliegen und Fazit des Kongresses: Es geht um vertiefte Gemeinschaft mit Christus, vertiefte Besinnung auf das Wort der Bibel, konkrete Informationen über die Verfolgungen, Wachsamkeit gegenüber den geistigen Zeitströmungen, die von Jesus vorgelebte Toleranz, die Erkenntnis der Gefahren, die den Christen heute in der westlichen Welt drohen sowie die treue Pflege christlicher Bruderschaft vor.