Bischof
Hein widerspricht „Krisengerede“ in der Kirche
Fulda
(epd). Der Bischof der Evangelischen Kirche
von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, hält die Diskussion über eine Krise
der Kirche für bedauerlich. «Wann gab es jemals Zeiten, die nicht
kritisch waren?», sagte er in einem Gottesdienst aus Anlass des
Evangelischen Pfarrerinnen- und Pfarrertages am 25. September in Fulda. «Es
ist höchst bedauerlich, dass die meisten von uns die evangelische
Forderung, die Kirche müsse immer wieder reformiert werden, wie eine
Fahne vor sich hertragen, aber sobald damit Ernst gemacht wird, sie
schnell einrollen und sich nichts lieber wünschen, als dass alles so
bliebe, wie es war», so Hein.
Was
gegenwärtig an strukturellen Anpassungsmaßnahmen in den Landeskirchen
laufe, könne die Bezeichnung «Krise» kaum verdienen, erklärte Hein. Um
aus der vermeintlichen Krise herauszukommen, sei es nötig, beim Glauben
zu beginnen. Auch Pfarrer bräuchten immer wieder eine «Konfirmation»,
eine Bestätigung und Vergewisserung im Glauben. Wen die Gewissheit des
Glaubens erfülle, dem würden die Augen nicht mehr durch Furcht und Ängstlichkeit
verschlossen. «Wir werden Überraschungen erleben – mehr, als wir ahnen
oder uns lieb ist», zeigte Hein eine Zukunftsperspektive auf, die aus dem
Vertrauen auf Gott erwachse.
Hein
reagierte in seiner Predigt unter anderem auch auf Äußerungen des
Vorsitzenden des Verbandes der Vereine der evangelischen Pfarrerinnen und
Pfarrer, Klaus Weber. Dieser hatte zuvor auf dem Pfarrertag ein
Reformpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland, das langfristig
tiefgreifende Reformen vorsieht, heftig kritisiert, da es einen Abschied
von der Volkskirche darstelle. Auch seien die Pfarrer an der Formulierung
nicht beteiligt gewesen. (1080/25.9.06)
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